Altersstruktur MNU-BW

Altersverteilung

Wieder einmal haben wir unsere Mitgliederdatenbank analysiert und wollen darüber zunächst neutral berichten. Als Stichtagsdatum wählten wir einen Tag etwa zu Beginn dieses laufenden Schuljahres, nämlich den 2.09.2015.

An diesem Stichtag hatten wir nach unserer Kartei 568 Mitglieder. 496 unserer Mitglieder (ca. 87%) haben ihr Geburtsdatum angegeben, so dass wir daraus über unsere Alterstruktur einige Aussagen machen können.
Am Stichtag hatten unsere Mitglieder in Baden-Württemberg ein Durchschnittsalter von 58,9 Jahren. Als Altersverteilung ergibt sich damit, dass am Stichtag 306 Mitglieder, also 53,9%, unter 65 (als scheinbares Pensionseintrittsalter) waren. Das Durchschnittsalter der unter 65-jährigen betrug am Stichtag 51,3 Jahre.

Unsere Datenbank enthält auch Angaben zum Datum des Eintritts in den MNU. Das erlaubt uns, das durchschnittliche Alter bei Eintritt in den MNU zu ermitteln. Die mittlere Differenz zwischen Eintrittsdatum und Geburtsdatum ergibt eine Spanne von 37,0 Jahren.
Splittet man diese Berechnung beim Pensionseintrittsalter, so findet man für die heutigen Pensionäre ein Eintrittsalter von 37,8 und von 36,5 Jahre für die jüngeren Kolleginnen und Kollegen, die noch aktiv im Dienst sind. Ob man diese Absenkung für eine spürbare Verjüngung unserer Kollegien hält, sei dahin gestellt.

Ein mögliche Interpretation dieses Verhaltens könnte jedoch sein:
Wer frisch von der Ausbildung kommt fühlt sich fachlich fitt, denkt (noch) nicht an Fortbildung/Weiterbildung, die der MNU bieten könnte, und konzentriert sich zunächst auf den Schulalltag, das Deputat und die dadurch verursachten Belastungen. Erst, wenn man mit diesen "Startschwierigkeiten" im Reinen ist, gelangt der MNU ins Blickfeld.

Geschlechterverteilung

Die Grafik links zeigt für die Bereiche unter 25 und über 95 Jahre keine signifikanten Ergebnisse.
Dazwischen jedoch wird es richtig interessant. Die Anteile auf der senkrechten Achse beziehen sich auf die Gesamtzahl der MNU-Mitglieder; die Angaben über den 10-Jahresgruppen nur auf diese Gruppen.
Bei den Dienstanfangsjahren haben wir einen hohen Anteil weiblicher Mitglieder. Gemittelt über die U65-er liegt der Frauenanteil bei 31%. Das überrascht, denn schaut man in heutige Kollegien, erscheint einem der Frauenanteil höher.

Eine mögliche Interpretation dieses Befunds könnte sein, dass in den MINT-Fächer vielleicht doch noch die Männer überwiegen. Falls diese Sichtweise zutrifft, so müsste man wohl auch schließen, dass sich der MINT-Männeranteil im Sinkflug befindet, denn:
Obwohl die Männer im Mittel eine geringere Lebenserwartung haben, ist unter den heutigen Pensionären der Frauenanteil sehr gering und er war es vermutlich auch schon zu deren Aktivenzeit.

Der aktuelle Datenbestand lässt aber auch eine etwas andere Deutung zu. Betrachten wir die heutigen Aktiven etwas genauer. Im Altersjahrzehnt von 35-44 Jahren bricht der Frauenanteil ein. Ist dies das "Kinderjahrzehnt", in dem vorwiegend die Mütter in die Beurlaubung gehen? Falls ja, würden sie deshalb aber auch gleich ganz aus dem MNU austreten? (Hoffentlich nein!)
Wir haben doch mit den oben genannten 37 Jahren ein insgesamt hohes Eintrittsalter. Denkbar wäre, dass sich der Anstieg des Frauenanteils im (45-54)-er Jahrzehnt dadurch begründet, dass unsere weiblichen Mitglieder überwiegend erst nach der Babypause in den MNU-eintreten. Tatsächlich ist das durchschnittliche Fraueneintrittsalter mit 39,7 Jahren höher als das der Männer mit 35,1 Jahren. Ob die Regelungen zur Elternzeit an diesem Verhalten deutliche Änderungen bewirken werden?


Wir werden sehen, was die Zukunft bringt - aber wir können sie auch gestalten!